Selbstorganisation und strukturiertes Arbeiten im Home Office in Zeiten von Corona

Selbstorganisation und strukturiertes Arbeiten im Home Office in Zeiten von Corona

Geschrieben am 22.03.2020
von Natalie Schepp



Die Corona-Krise verlangt Wirtschaft und Gesellschaft derzeit einiges ab und stellt nicht nur den Arbeitsalltag vieler Menschen vor ungeahnte Herausforderungen. Natürlich ist eine solche Situation ein geeigneter Auslöser, sollte aber mitnichten der einzige Grund für ein Überdenken der bisherigen (Selbst) -organisation im Job sein. Eine erst kürzlich durchgeführte Studie belegt, dass vor allem wir Deutschen unzufrieden sind mit unserem Job.

Dies hat nicht selten eben auch mit zu wenig Struktur und Überforderung des Einzelnen zu tun. Mein persönlicher Arbeitstag verlangt häufig orts- und zeitunabhängiges Arbeiten, was ein hohes Maß an Organisation und auch Motivation/Disziplin erfordert, da am Ende eben auch ein nicht unerheblicher Teil meines Gehaltes davon abhängt. Für viele ist diese eher flexible, selbstständige Form des Arbeitens aber noch sehr ungewohnt oder war in Zeiten vor “Corona” gar undenkbar.


 


Daher möchte ich nachfolgend gerne einige Tipps mit dir teilen, welche mir enorm helfen, mich selbst zu strukturieren:

 


1. Priorisieren, Priorisieren und noch mal Priorisieren

Der erste und wichtigste Tipp klingt eigentlich ganz simpel, wird aber häufig unterschätzt: Prioritäten setzen und wenn nötig, diese auch revidieren und erneuern. Du solltest dir am Anfang jeden Tages die Frage stellen, ob die für diesen Tag geplanten Aufgaben wirklich dazu beitragen, dein Tages-/Wochen-/Monats-Ziel zu erreichen. Dieses muss dafür nicht zwingend quantitativ sein.

Dabei hilft mir persönlich beispielsweise das Setzen (und natürlich Einhalten) von Blockern in meinem Kalender, eben nicht nur für Meetings und Telefonate, sondern auch für Tätigkeiten wie CRM-System pflegen, Angebote schreiben oder wichtige E-Mails formulieren.

 


2. Ablenkungen minimieren

Auch wenn es gerade zu Hause oft schwer fällt, sollte man Ablenkungen jeder Art versuchen zu minimieren. Nebenbei Musik zu streamen, Radio zu hören oder Social Media zu durchstöbern, erschwert es ungemein sich zu fokussieren und konzentriert zu arbeiten.

Hier mein Tipp: Starte in den Tag beispielsweise mit dem Lesen einer (digitalen) Zeitung und plane im weiteren Tagesablauf ganz gezielt Pausen ein. Diese kannst du dann nutzen, um zu essen, Musik zu hören oder auch kurz Sport oder Yoga zu machen.

 



3. Die gute alte To-Do-Liste schreiben

Nur Weniges wirkt so befriedigend wie einen physischen Haken hinter eine erledigte Aufgabe zu setzen. Es ist sehr wichtig, im Laufe des Arbeitstages immer wieder kleine Erfolge zu feiern und positive Dinge bewusst hervorzuheben, um sich selbst zu motivieren.

Tatsächlich habe ich die beste Erfahrung mit handgeschriebenen To-Do-Listen gemacht, gerne kann hierfür aber auch ein digitales Tool verwendet werden.

 


4. Input von anderen holen

​In Zeiten von Quarantäne und “Social Distancing” fällt es besonders schwer, den ganzen Tag alleine von zu Hause aus zu arbeiten. Diese physische Isolation muss aber nicht bedeuten, dass du deinen Arbeitstag alleine verbringst. Nutze Chat- und Videotools, um mit deinen Kollegen und Managern in Kontakt zu bleiben, dich mit ihnen zu konkreten Themen auszutauschen und dir Hilfestellungen zu holen. Der Austausch muss nicht immer beruflicher Natur sein, verabrede dich auch einfach auf einen digitalen Kaffee, um über private Dinge zu reden.

 



5. Überblick über den nächsten Tag verschaffen

Bevor du abends den Laptop schließt oder den Bildschirm aus machst, solltest du dir noch 5 Minuten nehmen, um den nachfolgenden Tag zu planen. Schaue dir alle Termine im Kalender an, gehe gedanklich die wichtigsten Aufgaben durch und erstelle eine To-Do-Liste. So kannst du am nächsten Morgen ganz entspannt starten und vermeidest es, unpünktlich zu frühen Terminen zu erscheinen.

 


6. Klaren Schlusspunkt setzen und Selbstreflektion durchführen

Das Arbeiten von zu Hause hat oftmals zur Folge, dass wir länger arbeiten, länger erreichbar sind, oder dann eben doch noch schnell die wichtige E-Mail beantworten. Setze dir abends einen ganz klaren Zeitpunkt, an welchem der Arbeitstag dann auch wirklich beendet ist. Zudem kann es ungemein helfen, den Tag und die erbrachten Leistungen zu reflektieren. Was hast du gut gemacht, was war positiv, was hättest du auch anders machen können? Dies unterstützt dich nämlich dabei, besser priorisieren zu lernen.

 


Selbstverständlich sind alle obigen Tipps nicht nur für die Zeit im Home Office relevant, sondern lassen sich ebenso auf die Arbeit im Büro übertragen.


 


Da diese Plattform sich dem Thema New Work in seiner Ganzheitlichkeit widmet, möchte ich diesen Beitrag gerne mit einem Kommentar schließen, wie sich Home Office und andere flexible Arbeitskonzepte in den New Work Gedanken einfügen.

Betrachtet man typische, mit New Work zusammenhängende Eigenschaften wie Selbstbestimmtheit und Flexibilität, stellt man schnell fest, dass Home Office sozusagen der Inbegriff von New Work ist. Selbstbestimmtheit nimmt nicht nur beim strukturierten Arbeiten von zu Hause eine wichtige Rolle ein, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch alle Aspekte dieses Mega Trends.

Die Quintessenz einer guten Selbstorganisation ist also nichts anderes als der innerste Kern des New Work Konzeptes selbst, nämlich die Frage danach, was wir wirklich mit unserer Zeit tun wollen!


 


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